Angehörige

Angehörige von Trauernden

Die Angehörigen eines sterbenden Menschen durchlaufen die gleichen Phasen. Nicht nur der Sterbende muss viel loslassen und zurücklassen, auch die Angehörigen müssen den Sterbenden gehen lassen. Dies erschwert oft die Begleitung der Sterbenden durch die Angehörigen. Diese ganze Situation kann zu einer Überforderung der Angehörigen führen. Darum ist es wichtig, dass die Angehörigen auch begleitet werden. Sie brauchen jemanden, dem sie das Herz ausschütten können. Denn sie müssen nach dem Tod des Angehörigen weiter leben. Sie müssen den Tod verarbeiten und akzeptieren, denn sie stehen erst am Anfang eines harten, langen, beschwerlichen Weges. Wichtig ist es, dass zwischen dem Sterbenden und den Angehörigen offene Gespräche möglich sind. Je offener miteinander gesprochen werden kann, desto mehr kann die letzte gemeinsame Zeit zu einer bleibenden und positiven Erinnerung werden, selbst in aller Trauer. Das ist für den Trauerprozess der zurückgebliebenen Angehörigen von sehr grosser Bedeutung.

Für Aussenstehende ist diese Situation auch aussergewöhnlich und sie wissen ebenfalls nicht, wie sie mit dieser Siutation und den Angehörigen umgehen sollen. Meistens bauen sich grosse, innere Widerstände auf. „Ich kann die Angehörigen auf den Verlust / Tod ansprechen“, „Ich würde nur noch grössere Wunden aufreissen“, „Ich will ihnen ja nicht weh tun.“, „die wollen jetzt doch für sich sein.“...

Verena Kast beschreibt in ihrem Buch „Trauern“ vier Phasen des psychischen Prozesses:


Umgang mit den Angehörigen:

Es gibt keine Rezepte wie man auf Angehörige zugehen soll und die für alle stimmen. Es gibt jedoch einige Grundregeln, die man beachten kann.

Ich möchte Sie dazu animieren, den Mut zu haben, auf Trauernde zu zugehen. Die meisten Trauerden sind froh darüber, wenn sie angesprochen werden und sie die Möglichkeit haben, über ihren Schmerz zu sprechen. Denken sie bitte daran, über diese Thematik nicht zwischen Tür und Angel zu sprechen! Nehmen sie sich Zeit und suchen sie einen geeigneten Ort wo auch Platz für Tränen sind.

Ich habe viele solche Erfahrungen gemacht. Menschen haben sich von mir distanziert und trauten sich nicht, mich auf Dave und meine Gefühle anzusprechen. Oft hatte ich mir gewünscht, dass sich einfach jemand getraut hätte, mich darauf anzusprechen. Bei meiner Trauerverarbeitung war und ist es für mich wichtig, mit Menschen und Freunden darüber zu sprechen. Todschweigen bringt nichts! Denn jeder macht sich seine Gedanken darüber.